Spediteure fordern in Hessen und Rheinland-Pfalz rasches Umdenken und Handeln beim Thema Lkw-Parkplätze

14.08.2019

Verkehrs- und Klimawende erfordert große und schnelle Investitionen

(Frankfurt am Main, 14. August 2019) Für die von der Politik propagierten Verkehrsverlagerung auf Schiene und Binnenschiff sind erhebliche und zeitnahe Investition in die Infrastruktur notwendig, denn schon heute stehen den Spediteuren keine ausreichenden Kapazitäten bei diesen Verkehrsträgern zur Verfügung. Für den zweiten Teil der Verkehrswende, die Umstellung auf emissionsarme Fahrzeuge, wird in Zukunft eine umfangreiche Förderstrategie erforderlich sein. In der Luftfracht müssen endlich einheitliche europäische Sicherheitsverfahren in allen Ländern gelten, damit deutsche Unternehmen nicht weiteren Wettbewerbsnachteilen ausgesetzt werden und Sicherheits- und ökologischem Irrsinn Einhalt geboten wird.

Nicht nur das weiter steigende Verkehrswachstum, sondern auch der Klimawandel und der darauf aufbauende Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung werden die Logistikbranche in den nächsten Jahren vor große Herausforderungen stellen. Bei der Umstellung auf neue emissionsarme Antriebstechnologien sind zunächst die Hersteller gefragt die Fahrzeugtechnik in Serienreife zu bringen und gemeinsam mit der Politik die notwendige Ladeinfrastruktur flächendeckend sicherzustellen. Vor dem Hintergrund, der mit der Umstellung der Lkw-Flotten auf alternative Antriebe verbundenen gewaltigen Investitionsanstrengungen, haben die Güterverkehrsverbände eine „Förderstrategie 2030“ entwickelt. „Die Förderstrategie ist notwendig wenn die Technologiewende rasch umgesetzt werden soll, denn die Verlader sind heute kaum bereit uns die erheblichen Mehrkosten für die emissionsärmeren Antriebstechniken in den Transportpreisen zu erstatten“, erklärt Hans-Georg Maas, Vorstandsvorsitzender des SLV und erläutert weiter,“ der Anschaffungspreis gasbetriebener Lkw liegt heute 35 Prozent über dem konventioneller Diesel-Lkw und die Mehrkosten für einen Elektro-Lkw liegen sogar bei bis zu 200.000 Euro.“

Das der Klimawandel bereits heute massive Auswirkungen auf den Güterverkehr hat, mussten viele Unternehmen bereits in diesem und letzten Jahr anhand des Niedrigwassers in der Binnenschifffahrt erfahren. Eine Verkehrsverlagerung kann zukünftig nur dann gelingen, wenn von der Politik große Investitionen in die Infrastrukturen von Bahn und Binnenschiff getätigt werden, um deren Kapazitäten auf den notwendigen Bedarf auszubauen. Dabei müssen diese Investitionen nun schnell erfolgen, denn bei beiden Verkehrsträgern werden die Infrastrukturarbeiten Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte dauern. „Wir könnten als Spediteure viel mehr Verkehre über die umweltfreundlichen Verkehrsträger Schiene und Binnenschiff transportieren, aber zurzeit stehen uns keine ausreichenden Kapazitäten zur Verfügung“, verdeutlicht SLV-Vorstand Christian Eichmeier, zugleich Geschäftsführer der Contargo Rhein-Main GmbH die aktuelle Lage. „Insbesondere das Niedrigwasser im Rhein hat uns allen gezeigt, wie wichtig dieser Verkehrsträger für die Verkehrswende, aber auch für einige Industriebereiche ist, die im letzten Jahr ihre Produktion drosseln und teilweise sogar vorübergehend einstellen mussten. Daher müssen wir die Mittelrheinvertiefung dringend und zeitnah angehen, bevor es zu spät ist.“ 

Ein Problem, das sich vor dem Hintergrund des bereits bestehenden Fahrermangels weiter verschärft, ist die Situation der Lkw-Parkplätze. Noch immer gibt es einen erheblichen Mangel an Lkw-Parkplätzen auch in Rheinland-Pfalz und insbesondere im Transitland Hessen. Die Bundesregierung hat nun ein Maßnahmepaket und Investitionsmittel von 400 Mio. Euro zur Verfügung gestellt und diese sollten insbesondere die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz dringend nutzen. „Mit Erschrecken haben wir aus einem Bericht der Bundesregierung die Zahlen, der in den letzten Jahren neu geschaffenen Lkw-Parkplätzen in unseren Bundesländern, zur Kenntnis nehmen müssen. In zwei der letzten drei Jahre wurde in beiden Bundesländern nicht ein einziger zusätzlicher Lkw-Stellplatz auf den öffentlichen Rastanlagen geschaffen, während bundesweit fast 1000 Lkw-Parkplätze pro Jahr hinzukamen“, berichtet Hans-Georg Maas mit großem Erstaunen.

Die Sicherheit im Luftfrachtverkehr muss höchste Priorität genießen, aber dann auch in ganz Europa nach einheitlichen Richtlinien. Das europäische Luftsicherheitsgesetz wird aktuell in Deutschland jedoch vom zuständigen Luftfahrt Bundesamt (LBA) in nationalen Alleingängen viel schärfer ausgelegt als in den benachbarten europäischen Ländern. Dies führt bereits zu merkbaren Wettbewerbsnachteilen für die deutsche Wirtschaft und anderen unverständlichen Entwicklungen. „Wir beobachten heute Sicherheits- und ökologischen Irrsinn, wenn Luftfracht aus Deutschland in andere Länder transportiert wird, um dort nach gleichem europäischen Recht kontrolliert und sicher gemacht zu werden ( während dies in Deutschland nicht erlaubt ist), anschließend wieder nach Deutschland zurückgefahren wird, um dann von hier sicher in alle Welt zu fliegen“, erläutert SLV-Vorstand Volker Oesau verständnislos die tägliche Praxis.

SLV-Pressemeldung_Verkehrswende erfordert große Investitionen_14Aug2019.pdf

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