DSLV-Mitgliederversammlung 2025 – Erfolg der Logistikbranche ist kein Selbstläufer

28.05.2025

DSLV-Mitgliederversammlung 2025

Erfolg der Logistikbranche ist kein Selbstläufer

Berlin, 23. Mai 2025.

Die Speditions- und Logistikbranche kann und will einen Beitrag zur wirtschaftlichen Erneuerung in Deutschland und Europa leisten – dafür braucht sie mehr unternehmerische Freiräume und Planungssicherheit. Angesichts anhaltender Wachstumsstagnation, geopolitischer Spannungen und zunehmender Belastung durch politische Regulierungen appelliert der DSLV Bundesverband Spedition und Logistik auf seiner heutigen Mitgliederversammlung in Berlin an eine Rückbesinnung auf wirtschaftspolitische Vernunft, Investitionssicherheit und die Stärkung des Freihandels.

„Wir haben in den vergangenen Jahren leider Teile unseres wirtschaftlichen Potenzials verspielt. Der Titel „Logistik-Weltmeister“ fällt uns schon lange nicht mehr in den Schoß – und auch bei der Export-Weltmeisterschaft kommen wir nicht mehr automatisch ins Finale“, stellte DSLV-Präsident Axel Plaß fest. Die Unsicherheit auf den Weltmärkten – verschärft durch die jüngsten Zollkonflikte – trifft auf hausgemachte Standortnachteile: hohe Energie- und Personalkosten, überbordende Bürokratie und erhebliche Investitionsdefizite bei der Verkehrsinfrastruktur. Entsprechend hoch sind die Erwartungen der Branche an die neue Bundesregierung und den angekündigten Politikwechsel.

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr Christian Hirte bekräftigte die Priorität der Bundesregierung, gezielt in die Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur zu investieren. Hirte kündigte an, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und alle Verkehrsträger zu stärken. Eine verlässliche Verkehrspolitik und sehr gute Infrastrukturen seien zentrale Voraussetzungen für einen zukunftsfähigen Wirtschafts- und Logistikstandort.

Mit Blick auf den aktuellen Haushaltsprozess fordert der Verband eine langfristig verlässliche Finanzierung, die sich an den tatsächlichen Bedarfen orientiert. „Wichtig ist, dass der Bund den Verkehrsinvestitions­-Etat aufstockt und nicht zwischen Regelhaushalt und Sondervermögen einfach nur umschichtet. Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Zusätzlichkeit der Investitionen darf nicht ausgehebelt werden. Investitionen in Schiene, Straße, Wasserwege und Häfen sind keine konsumtiven Ausgaben, sondern strategische Zukunftssicherung. Deutschlands zentrale Logistikachsen müssen endlich fit für die Zukunft werden“, so Plaß.

Der DSLV begrüßt die Rückkehr zu verkehrsträgerbezogenen Finanzierungskreisläufen. „Die Lkw-Mautzahler – das ist der Straßengüterverkehr – haben seit 20 Jahren mehr als 110 Milliarden Euro zur Deckung ihrer Wegekosten, zur Internalisierung ihrer externen Kosten und erheblich zur Finanzierung des Verkehrsetats beigetragen. Diese gigantische Summe musste von den Speditionshäusern erst am Markt erwirtschaftet werden, bevor sie an den Bund überwiesen werden konnte“, betonte Plaß. Jetzt ist es an der Zeit, diese Mittel gezielt zur Sanierung der Straßeninfrastruktur einzusetzen – aber auch zur Abfederung der enormen Transformationskosten im Straßengüterverkehr.

Nachhaltigkeit ist längst kein optionales Ziel mehr, sondern ein strategischer Imperativ. Dennoch darf der Staat die Transformation der Branche nicht allein den Unternehmen aufbürden. „Klimaschutz ist zum geschäftlichen Pflichtprogramm geworden – doch die wirtschaftliche Last wird bislang weitgehend von den Unternehmen allein getragen“, kritisiert Plaß. Die Branche wünscht sich eine technologieoffene und wirtschaftlich tragfähige Klimapolitik, die von Investitionsanreizen und realistischen Zielpfaden flankiert wird. Die EU muss – analog zum „Industrial Action Plan for the European Automotive Sector“ – auch für die Logistik einen sektorbezogenen Aktionsplan auflegen, die nachhaltige Lieferketten nicht nur organisiert, sondern diese auch finanzieren können muss.

Große Erwartungen richten die Unternehmen auch an das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Der DSLV fordert einen stärkeren Fokus auf Energiesicherheit, offene Märkte und wirtschaftliche Eigenverantwortung statt Überregulierung – insbesondere angesichts steigender Bürokratielasten, etwa durch die verpflichtende Nachhaltigkeitsberichterstattung. „Wohlstandsgewinnung muss wieder zum Leitprinzip des Wirtschaftsressorts werden“, sagte Plaß.

Mit Sorge blickt der DSLV auf die drohende politische Schwächung der Tarifautonomie und die geplante Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 15 Euro. „Das vernichtet Arbeitsplätze und gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen des Logistiksektors, der in der gesamten industriellen Wertschöpfungskette das margenschwächste Glied ist“, warnte Plaß.

Trotz der kritischen Bestandsaufnahme zeigt sich der DSLV zuversichtlich: Mit einer konsequenten Entlastungsagenda, einer freihandelsorientierten Außenwirtschaftspolitik, der Beseitigung struktureller Investitionsdefizite und einer Sozialstaatsreform kann ein wirtschaftlicher Umschwung gelingen.


Als Spitzen- und Bundesverband repräsentiert der DSLV durch 16 regionale Landesverbände die verkehrsträgerübergreifenden Interessen der 3.000 führenden deutschen Speditions- und Logistikbetriebe, die mit insgesamt 600.000 Beschäftigten und einem jährlichen Branchenumsatz in Höhe von 131 Milliarden Euro wesentlicher Teil der drittgrößten Branche Deutschlands sind (Stand: Juli 2024). Die Mitgliederstruktur des DSLV reicht von global agierenden Logistikkonzernen, 4PL- und 3PL-Providern über größere, inhabergeführte Speditionshäuser (KMU) mit eigenen LKW-Flotten sowie Befrachter von Binnenschiffen und Eisenbahnen bis hin zu See-, Luftfracht-, Zoll- und Lagerspezialisten. Der DSLV ist politisches Sprachrohr sowie zentraler Ansprechpartner für die Bundesregierung, für die Institutionen von Bundestag und Bundesrat sowie für alle relevanten Bundesministerien und -behörden im Gesetzgebungs- und Gesetzumsetzungsprozess, soweit die Logistik und die Güterbeförderung betroffen sind.

Impressum

logo

Speditions- und Logistikverband
Hessen/Rheinland-Pfalz e. V.

Eschborner Landstraße 42-50
60489 Frankfurt am Main

Zur Anfahrt bei Google

Telefon 069 97 08 110
Telefax 069 776 356

 
 
 
 
Hosted in Germany by qwertiko GmbH

Vorstand:
Daniel Hensel (Vorsitzender)
André Dünnwald
Michael Peters
Andreas Roer
Alexander Steinberg
Holger Seehusen

Geschäftsführer:
Dipl. Oec. Thorsten Hölser

Registergericht: Frankfurt am Main
Registernummer: VR 11606

Inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 6 MDStV:
Thorsten Hölser

Bildquellen und -rechte:
SLV, Fotolia, iStockphoto, adpic

Haftungshinweis:
Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

Widerspruch Werbe-Mails:
Der Nutzung von Kontaktdaten (die im Rahmen der Impressumspflicht veröffentlicht wurden) zur Übersendung von nicht ausdrücklich angeforderter Werbung und Informationen wird hiermit widersprochen. Der Seitenbetreiber behält sich rechtliche Schritte bei unverlangter Zusendung von Werbeinformationen, insbesondere bei Spam-E-Mails, vor.

Urheberrecht:
Die durch den Betreiber dieser Webseite erstellten Inhalte und Werke auf den Seiten der Webseite unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung außerhalb der durch das Urheberrecht explizit erlaubten Verwendungen erfordern die schriftliche Zustimmung des Zuständigen. Soweit diese Webseite Inhalte enthält, die nicht vom Betreiber der Webseite erstellt wurden, wird den Urheberrechten Dritter Rechnung getragen und Inhalte Dritter sind entsprechend gekennzeichnet. Sollten Sie auf eine Urheberrechtsverletzung aufmerksam werden, bitten wir um einen Hinweis. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden wir die entsprechenden Inhalte umgehend entfernen.

 
30 mb