Koalition entscheidet nicht konsequent – Entlastung bei der Stromsteuer muss auch für die Logistikbranche gelten

03.07.2025

Koalition entscheidet nicht konsequent

Entlastung bei der Stromsteuer muss auch für die Logistikbranche gelten

Berlin, 2. Juli 2025.

Der Koalitionsausschuss konnte sich am 2. Juli 2025 auf keine zusätzlichen Entlastungen bei der Stromsteuer einigen. Statt der im Koalitionsvertrag vereinbarten allgemeinen Absenkung auf das europäische Mindestmaß bleibt es vorerst bei einer sektoralen Begünstigung vor allem für produzierende Unternehmen. Der DSLV Bundesverband Spedition und Logistik fordert eine Einbeziehung der Logistikbranche in die Stromsteuerentlastung.

Zwar argumentiert die Bundesregierung, dass eine Entlastung bei der Stromsteuer unabhängig von der Unternehmensgröße oder Stromintensität gelten soll. Doch hiervon profitieren nur Branchen, die auch heute schon entlastungsberechtigt sind. Dienstleistungsbranchen wie der Speditions- und Logistiksektor fallen weiterhin durchs Raster.

Auch der nicht-industrielle Mittelstand – dazu zählen zahlreiche Logistikunternehmen – kämpft mit zu hohen Energiekosten. Insbesondere Unternehmen der Lebensmittel- und Pharmazielogistik, die konstant Kühlketten in Lagern und beim Transport aufrechthalten müssen, zählen ebenfalls zu stromintensiven Betrieben. Diese Unternehmen stehen im direkten Wettbewerb mit Anbietern an Logistikstandorten im benachbarten EU-Ausland mit niedrigeren Stromkosten.

Mit der zunehmenden Elektrifizierung der Nutzfahrzeugflotten entwickelt sich die Logistik absehbar zu einem stromintensiven Sektor. „Angesichts dessen müssen auch systemrelevante Dienstleistungsbranchen in politische Entscheidungen für einen wettbewerbsfähigen Strompreis einbezogen werden“, fordert DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster.

Der DSLV appelliert an die Bundesregierung, ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einzulösen und die Stromsteuer für alle auf das europäische Mindestmaß abzusenken. Mindestens aber muss die Entlastung auf energieintensive Logistikunternehmen ausgeweitet werden. Das ist nicht nur ein Gebot der Fairness, sondern auch entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu sichern und die Energiewende in der Logistik voranzubringen.

Als Spitzen- und Bundesverband repräsentiert der DSLV durch 16 regionale Landesverbände die verkehrsträgerübergreifenden Interessen der 3.000 führenden deutschen Speditions- und Logistikbetriebe, die mit insgesamt 600.000 Beschäftigten und einem jährlichen Branchenumsatz in Höhe von 131 Milliarden Euro wesentlicher Teil der drittgrößten Branche Deutschlands sind (Stand: Juli 2024). Die Mitgliederstruktur des DSLV reicht von global agierenden Logistikkonzernen, 4PL- und 3PL-Providern über größere, inhabergeführte Speditionshäuser (KMU) mit eigenen LKW-Flotten sowie Befrachter von Binnenschiffen und Eisenbahnen bis hin zu See-, Luftfracht-, Zoll- und Lagerspezialisten. Der DSLV ist politisches Sprachrohr sowie zentraler Ansprechpartner für die Bundesregierung, für die Institutionen von Bundestag und Bundesrat sowie für alle relevanten Bundesministerien und -behörden im Gesetzgebungs- und Gesetzumsetzungsprozess, soweit die Logistik und die Güterbeförderung betroffen sind.

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