07.08.2025
Bundeshaushalt 2026:
Kein echter Durchbruch bei Infrastrukturinvestitionen
Berlin, 30. Juli 2025
Das Bundesregierung will am
heutigen Mittwoch, 30. Juli 2025, den Entwurf für den Bundeshaushalt 2026 auf
den Weg bringen. Dazu äußert sich Frank Huster, Hauptgeschäftsführer des DSLV
Bundesverband Spedition und Logistik:
„Die Investitionsoffensive des Bundes bei der
Verkehrsinfrastruktur ist längst nicht so entschlossen, wie sie vermarktet
wird. Mit dem Haushaltsentwurf 2026 und der Finanzplanung bis 2029 setzt die
Bundesregierung den Kurs der Mittelumschichtung fort. Der Zuwachs bei den
Verkehrsinvestitionen im Vorjahresvergleich ist angesichts des
Sanierungsbedarfs zu verhalten. Zwar steigen die Ausgaben im Einzelplan 12 für
2026 gegenüber den Eckwerten vom Juni um 243 Millionen Euro, erreichen aber
nicht annähernd das Niveau von 2025.
Das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität
(SVIK) muss additiv wirken – nicht kompensatorisch. Der Kernhaushalt wird aber
ausgedünnt – anders als im Koalitionsvertrag zugesagt. Gerade bei den
Bundesfernstraßen ist die Mittelverschiebung nicht zu übersehen: Die
Gesamtausgaben 2026 liegen mit 15,17 Mrd. Euro nur knapp über dem Niveau des
ersten Regierungsentwurfs 2025. Und damals gab es das
Infrastruktur-Sondervermögen noch nicht.
Die Schiene bleibt zwar Investitionsschwerpunkt des
Bundes, doch die Trassenpreisförderung soll abgesenkt werden. Das ist ein
falsches Signal für die angestrebte Verlagerung des Güterverkehrs auf die
Schiene. Besorgniserregend bleibt auch die strukturelle Unterfinanzierung der
Bundeswasserstraßen. Sie sind die einzigen Verkehrswege ohne Zugang zum SVIK –
ihre Investitionen werden zu großen Teilen über Einnahmen aus der Lkw-Maut
getragen. Ohne zuverlässige Finanzierung der Wasserwege wird die Leistungsfähigkeit
dieses wichtigen Verkehrsträgers eingeschränkt. Das Risiko von Engpässen und
Totalausfällen steigt.
Der Finanzierungskreislauf Straße wird auch 2026 nicht
geschlossen, trotz Zusage im Koalitionsvertrag. Ein erheblicher Teil der
Mauteinnahmen – insgesamt 3,13 Mrd. Euro – fließt in andere Verkehrsträger und
fehlt damit für die Sanierung der Bundesfernstraßen. Sechs Milliarden Euro
plant der Bund aus dem CO₂-Aufschlag auf die Lkw-Maut einzunehmen. Hiervon
könnte die Transformation des Straßengüterverkehr als größtem CO₂-Emittenten im
Landverkehr mittels Förderung finanziert werden.
Grundsätzlich positiv ist die geplante Erhöhung der
Zuschüsse zur Errichtung alternativer Tank- und Ladeinfrastrukturen, die aus
dem Klima- und Transformationsfonds finanziert werden sollen. Doch solche
punktuellen Fortschritte können nicht über den ausgebliebenen Durchbruch bei
den Infrastrukturinvestitionen hinwegtäuschen. Um den erheblichen
Sanierungsrückstand aufzuholen und den Güterverkehr zu dekarbonisieren, muss
die Finanzierungsarchitektur stabiler und vor allem nachhaltig, d. h.
überjährig angelegt werden.“

Speditions- und Logistikverband
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