30.09.2025
DSLV sieht Ergänzungsbedarf bei der Bahnstrategie
Speditionen und Logistikunternehmen sind ebenfalls Kunden der Schiene
Berlin, 22. September 2025.
Der DSLV Bundesverband Spedition und Logistik sieht zu wenig richtige Ansätze in den heute vorgestellten Eckpunkten zur Reform der Deutschen Bahn. Die „Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene“ ist aus Sicht der Logistikbranche zu sehr auf den Personenverkehr ausgerichtet. Eine Gesamtstrategie für den Schienengüterverkehr ist ebenso wenig Teil wie ein verbindlicher Umsetzungsmechanismus für die angekündigten Maßnahmen.
Die drei Säulen der Reformagenda von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder konzentrieren sich überwiegend auf den Personenverkehr. Die Wirtschaft, die leistungsfähige Schienenkorridore und Planungssicherheit benötigt, profitiert von der Bahnstrategie lediglich mittelbar – sofern die Maßnahmen greifen.
„Für jeden mit der Bahn transportierten Container oder Lkw-Trailer und für jeden Güterwaggon muss es eine verlässliche Taktung im Schienennetz geben. Doch derzeit ist vor allem die Infrastruktur nicht auf eine Güterverkehrsverlagerung von der Straße ausgerichtet. Kapazitätseinschränkungen, ein kundenfernes Baustellenmanagement, steigende Trassenpreise und schwankende Servicequalität behindern die Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs“, stellt DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster fest. Er mahnt:
„Eine Agenda für zufriedene Kunden darf sich nicht auf das Reiseerlebnis, pünktliche ICEs und saubere Bahnhöfe beschränken. Speditionen und Industrieverlader sind auch Kunden der Bahn und müssen auf eine pünktliche, zuverlässige und bezahlbare Schiene vertrauen können“. Doch auf die Frage nach Pünktlichkeitszielen für den Güterverkehr gibt es in der Agenda keine Antwort. „Der Schienengüterverkehr braucht dieselbe politische und operative Aufmerksamkeit wie der Personenverkehr“, fordert Huster. „Ohne ein attraktives Güterverkehrsangebot können die politisch angestrebten Verlagerungsziele nicht erreicht werden“.
Die Einschätzungen des DSLV zu einzelnen Eckpunkten:
Auch für den Güterverkehr müssen in der Schienenpolitik erreichbare Zielmarken gesetzt werden – messbar und zeitgebunden. Die Finanzplanung bis 2029 muss dringend mit einem Infrastrukturfonds für die Schiene verbunden werden, der sich aus Haushaltsmitteln speist und nicht aus den Erlösen anderer Verkehrsträger.
Huster:
„Die mit dem Führungswechsel verbundenen Chancen für eine strukturelle Reform
des DB-Konzerns müssen eng verbunden werden mit einer klaren politischen Linie
zur zukünftigen Ausrichtung des Staatsbetriebs. Die neuen Vorstände der DB AG
und der DB InfraGO stehen vor einer Mammutaufgabe – ihnen ist
Durchhaltevermögen und viel Erfolg zu wünschen.“

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