25.09.2025
Fehlende Lkw-Stellplätze und Fahrverbote verschärfen Fahrermangel
Schnellere Mittelrheinvertiefung
notwendig, um Klimaziele und Wirtschaft
nicht zu gefährden
Frankfurt am Main, 24. September 2025
Auf ihrer Mitgliederversammlung wählten die Unternehmensvertreter Andre Dünnwald in den Vorstand des SLV, um den Verband für die wachsenden Herausforderungen in der Arbeits- und Tarifpolitik besser aufzustellen. Von der rheinland-pfälzischen Ministerin Daniela Schmitt erwarten die Spediteure eine schnellere Umsetzung der Mittelrheinvertiefung. Um drohende Szenarien durch den wachsenden Fahrermangel zu verhindern, muss die Politik endlich das Problem der fehlenden Lkw-Stellplätze und eine Verkürzung der Fahrverbotszeit an Sonn- und Feiertagen angehen.
Sollen die Klimaziele erreicht werden und die
Wirtschaft wieder wachsen, dann spielt insbesondere in Rheinland-Pfalz die
Binnenschifffahrt eine entscheidende Rolle. Die Industrie längs des Rheins hat
ihre Logistik maßgeblich auf die Binnenschifffahrt ausgerichtet und zudem ist
der Transport von Containern per Binnenschiff aus den Nordseehäfen von hoher
Bedeutung. Bezogen auf die Emissionen pro Tonnenkilometer ist die Binnenschifffahrt
der ökologischste Verkehrsträger und verfügt zu dem über die größten Kapazitätsreserven
zur Verkehrsverlagerung. Durch den Klimawandel und die vermehrte Entwicklung
von Niedrigwasserphasen wird die Transportkapazität der Binnenschiffe jedoch an
vielen Tagen im Jahr auf der gesamten Route deutlich eingeschränkt, obwohl nur
auf einer kurzen Strecke am Mittelrhein ein Tiefenengpass besteht. Daher
fordern die Spediteure, die geplante Mittelrheinvertiefung nun beschleunigt
umzusetzen, wie es bereits der Abschlussbericht der „Beschleunigungskommission
Mittelrhein“ vorsieht.
Andreas Roer (SLV-Vorstand
und Geschäftsführer Wörth-Karlsruhe GmbH) erläutert: „Auch wenn die
Binnenschifffahrt und die Logistikbranche bereits an der Entwicklung von
Schiffen mit geringerem Tiefgang arbeiten, wird dies nicht die alleinige Lösung
darstellen. Zudem behindert die Generalsanierung der Schieneninfrastruktur in
Deutschland, die Option Güterverkehre in Niedrigwasserphasen auf die Schiene zu
verlagern.“
Der Fahrermangel bleibt
weiterhin ein ernstes Problem in der Speditionsbranche, sodass die Suche nach
Fahrern mittlerweile nicht an den Grenzen Europas endet, sondern weltweit
verläuft. Da autonome Lkw-Verkehre noch ein Thema der Zukunft sind, kann der
Fahrermangel zu einem ernsthaften Risiko für die Versorgung der Wirtschaft
werden, sobald die Konjunktur wieder anspringt.
„Bei den Widrigkeiten, mit
denen unserer Lkw-Fahrer heutzutage kämpfen müssen, reichen steigende Löhne
schon lange nicht mehr aus, um die Attraktivität des Berufes zu erhöhen. Die
endlose Suche auf überfüllten Parkplätzen nach einem Ruheplatz und fehlende
oder unzumutbare Sanitäreinrichtungen sind ein Problem“, zeigt der
SLV-Vorsitzende Daniel Hensel (Hensel Logistik GmbH, Grolsheim) die Missstände
auf. Nach einer Erhebung der Bundesanstalt für Straßenwesen zu der
Parksituation im Umfeld der Autobahnen fehlen in Rheinland-Pfalz über 1.500 und
in Hessen sogar über 2.600 Lkw-Stellplätze.
„Eine weitere Zumutung ist
es, wenn die Fahrer den Sonn- oder Feiertag auf einem überfüllten Parkplatz
verbringen müssen und das nur wegen ideologischer Fahrverbotszeiten“, so Daniel
Hensel. Der SLV begrüßt daher die Entscheidung des Bund-Länder-Fachausschuss
StVO aus der letzten Woche, der sich mit eindeutiger Mehrheit für eine
Abschaffung des LKW-Fahrverbots an nicht-bundeseinheitlichen Feiertagen
ausgesprochen hat. „Die Spediteure erwarten nun im nächsten Schritt eine
Reduzierung der Fahrverbotszeiten an Sonn- und Feiertagen, damit Lkw-Fahrer
ihre Freizeit nicht auf überfüllten Rastplätzen, sondern im Kreise Ihrer
Familie verbringen können“, erklärt Daniel Hensel die Beweggründe.
Wachsende Bedeutung haben in
der Speditionsbranche die Themen Arbeits- und Tarifpolitik, wie die Diskussion
um den Mindestlohn, das Tariftreuegesetz und die letzten Tarifverhandlungen mit
ver.di gezeigt haben. Die neue Verhandlungsstrategie der Gewerkschaft sich nur
auf die eigenen Mitglieder zu fokussieren, führte zum Ergebnis, das ein neuer
Arbeitgeberverband Spedition und Logistik in Hessen (ASL) gegründet werden
musste. Dennoch konnte erst nach 16 Monaten Verhandlungsmarathon endlich ein
Tarifabschluss erzielt werden. Der Vorsitzende des ASL, Andre Dünnwald (Nippon
Express Deutschland GmbH & Co KG, Frankfurt am Main) rückt nun auch in den
Vorstand des Speditions- und Logistikverbandes Hessen/Rheinland-Pfalz (SLV)
auf, um den Stellenwert der Arbeits- und Tarifpolitik im SLV zu unterstreichen.
„Wir stehen vor einer
Zeitenwende in der Arbeits- und Tarifpolitik. Die wachsenden Forderungen
seitens der Arbeits- und Sozialpolitik und der Gewerkschaften, werden die
Arbeitgeber vor dem Hintergrund einer stagnierenden Wirtschaft und eines weiter
wachsenden Fachkräftemangels auf Dauer nicht mehr erfüllen können“, führt Andre
Dünnwald aus und ergänzt „wir müssen der Politik konkreter aufzeigen, wo
Unternehmen an ihre Grenzen geraten und mit der Gewerkschaft gemeinsam und
kompromissorientiert Verhandlungen führen, die auf Dauer Arbeitsplätze erhalten
und den Mittelstand nicht gefährden.
Der SLV vertritt als Verband der Speditions- und
Logistikdienstleister eine der wirtschaftsstärksten Branchen in Hessen und
Rheinland-Pfalz. In ihm sind rund 400 Unternehmen mit ca. 40.000 Beschäftigten
organisiert. Der SLV ist Ansprechpartner für Politik und Medien zu allen Fragen
rund um die Themen der Spedition und Logistik mit allen Verkehrsträgern
(Straße, Schiene, See- und Binnenschifffahrt sowie Luftfracht) einschließlich
der Steuerung und Sicherung von Prozessen der Güterströme entlang der
Lieferkette. Des Weiteren ist er zuständig für die Tarifpolitik und vertritt
die Interessen der Branche in der Berufsausbildung.
SLV-Pressemeldung_Jahrestagung-2025.pdf

Speditions- und Logistikverband
Hessen/Rheinland-Pfalz e. V.
Eschborner Landstraße 42-50
60489 Frankfurt am Main
Telefon 069 97 08 110
Telefax 069 776 356
Vorstand:
Daniel Hensel (Vorsitzender)
André Dünnwald
Michael Peters
Andreas Roer
Alexander Steinberg
Holger Seehusen
Geschäftsführer:
Dipl. Oec. Thorsten Hölser
Registergericht: Frankfurt am Main
Registernummer: VR 11606
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