01.12.2025
DSLV zum Bundeshaushalt 2026
Verkehrsinfrastruktur bleibt
unterfinanziert
Berlin, 28. November 2025.
Der im Rahmen der Verabschiedung
des Bundeshaushalts 2026 beschlossene Verkehrsetat (Einzelplan 12) ist
angesichts des gewaltigen Sanierungsstaus bei den Verkehrswegen nicht
ausreichend. Anstatt die mit dem schuldenfinanzierten Sondervermögen
„Infrastruktur und Klimaneutralität“ (SVIK) zur Verfügung stehenden Gelder
zusätzlich zu nutzen, wurde der Kernhaushalt gekürzt, kommentiert der DSLV
Bundesverband Spedition und Logistik den leider erwarteten Beschluss des
Deutschen Bundestages.
Knapp 170 Milliarden Euro bis 2029
sind zwar ein nomineller Zuwachs bei den Verkehrswegeinvestitionen. Angesichts
des durch das Bundesverkehrsministerium festgestellten Gesamtmittelbedarfs in
Höhe von 455 Milliarden Euro bis 2030 für die Bedarfspläne Schiene, Straße und
Wasserstraße und der Berücksichtigung steigender Zinskosten sowie des
Baukostenanstiegs um rund 64 Prozent zwischen 2016 und 2024 bleibt der Etat
unterdimensioniert.
Für die Bundesfernstraßen stehen
2026 11,05 Milliarden Euro (+1,01 Milliarden Euro gegenüber 2025), für die
Bundesschienenwege 21,93 Milliarden Euro (+170 Millionen Euro gegenüber 2025)
und für die Bundeswasserstraßen 1,47 Milliarden Euro (-159 Millionen Euro
gegenüber 2025) zur Verfügung. Die Investitionen in die Wasserstraßen sinken
damit im Vergleich zum Vorjahr sogar um rund zehn Prozent.
Weniger als ein Drittel der
Verkehrsinvestitionsmittel sind im Einzelplan 12 veranschlagt. Die
Investitionen im regulären Verkehrsetat belaufen sich 2026 auf 13,73 Milliarden
Euro und sind im Vergleich zu 2025 um rund 42 Prozent geschrumpft. Selbst bei der
ohnehin niedrigen Investitionsquote des Kernhaushalts von zehn Prozent wird das
Kriterium der Zusätzlichkeit der SVIK-Mittel de facto nicht erfüllt. Der
Sanierungsstau droht damit weiter anzuwachsen.
„Deutschland liegt im Zentrum
Europas. Unsere Verkehrsinfrastruktur ist ein entscheidendes Fundament nicht
nur für die hiesige Industrie und den Handel, sondern für auch für die Im- und
Exportpartner deutscher Unternehmen. Das dichte Netz aus Straßen, Schienen- und
Wasserwegen einschließlich der Häfen in Deutschland ist in Europa einzigartig.
Es ist aber kein Standortvorteil mehr, wenn es nicht leistungsfähig bleibt und
die Anforderungen an die Güterlogistik bereits heute kaum noch erfüllen kann“,
sagt Frank Huster, Hauptgeschäftsführer des DSLV Bundesverband Spedition und
Logistik. „Deshalb müssen Erhalt und bedarfsgerechter Ausbau nicht nur
auskömmlich finanziert, sondern auch die Strukturen der
Finanzierungsarchitektur grundlegend überarbeitet werden. Der Bundestag weiß
das, er hat aber anders priorisiert und entschieden.“
Mit jährlich 13 Milliarden Euro aus
der Lkw-Maut stünde für den Straßenbau und die Transformation des
Straßengüterverkehrs genug Geld zu Verfügung – sofern die Mauteinnahmen in
einem geschlossenen Finanzierungkreis direkt wieder zurückfließen und nicht im
allgemeinen Haushalt versickern sowie überjährig, d. h. auch nach Beendigung
eines Haushaltsjahrs verwendet werden könnten. Für die Schiene und die
Wasserstraßen könnten mit politischer Entschlusskraft Finanzierungsfonds
eingerichtet werden.
Eine Trendwende bei den
Infrastrukturinvestitionen ist ein Muss, um die Wettbewerbsfähigkeit des
Wirtschaftsstandorts Deutschland zu sichern. „Unternehmen spüren die Folgen
maroder Verkehrswege längst – 84 Prozent
berichten von Einschränkungen in ihrer Geschäftstätigkeit“, so Huster unter
Verweis auf eine aktuelle Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft. „Mit
der zu kurzen Investitionslinie wird diese Belastung weiter zunehmen. Umso mehr
und effizienter muss investiert werden. Der Gesetzgeber muss die Chance nutzen
und mit dem geplanten Infrastruktur-Zukunftsgesetz die rechtliche Grundlage für
die Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsverfahren schaffen.“
Als Spitzen-
und Bundesverband repräsentiert der DSLV durch 16 regionale Landesverbände die
verkehrsträgerübergreifenden Interessen der 3.000 führenden deutschen
Speditions- und Logistikbetriebe, die mit insgesamt 600.000 Beschäftigten
wesentlicher Teil der drittgrößten Branche Deutschlands sind (Stand: Juli
2025). Die Mitgliederstruktur des DSLV reicht von global agierenden
Logistikkonzernen, 4PL- und 3PL-Providern über größere, inhabergeführte
Speditionshäuser (KMU) mit eigenen LKW-Flotten sowie Befrachter von
Binnenschiffen und Eisenbahnen bis hin zu See-, Luftfracht-, Zoll- und
Lagerspezialisten. Der DSLV ist politisches Sprachrohr sowie zentraler
Ansprechpartner für die Bundesregierung, für die Institutionen von Bundestag
und Bundesrat sowie für alle relevanten Bundesministerien und -behörden
im Gesetzgebungs- und Gesetzumsetzungsprozess, soweit die Logistik und die
Güterbeförderung betroffen sind.

Speditions- und Logistikverband
Hessen/Rheinland-Pfalz e. V.
Eschborner Landstraße 42-50
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Telefon 069 97 08 110
Telefax 069 776 356
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