25.03.2026
Berlin, 25. März 2026
Zum heute vom
Bundeskabinett beschlossenen Klimaschutzprogramm 2026 erklärt
Frank Huster, Hauptgeschäftsführer des DSLV Bundesverband Spedition und
Logistik:
„Das Klimaschutzprogramm blendet realistische Optionen für den Güterverkehr
weitgehend aus. Dabei wurden in einem breit angelegten
Stakeholder-Beteiligungsprozess des Bundesverkehrsministeriums im eigens dafür
eingerichteten Expertenforum klimafreundliche Mobilität und Infrastruktur
(EKMI) zahlreiche tragfähige Lösungen zur Dekarbonisierung der Güterlogistik
erarbeitet. Geblieben ist davon so gut wie nichts. Die Bundesregierung setzt in
ihrem Programm vor allem auf öffentlichkeitswirksame politische Ziele für den
ÖPNV und die private Elektromobilität. Für den
Güterverkehr hätte das Programm konkrete Maßnahmenvorschläge enthalten können,
die längst auf dem Tisch liegen.
Die Verkehrsverlagerung wird nur beschworen statt ermöglicht. Es werden
weder wirksame Impulse für die Stärkung des Kombinierten Verkehrs geliefert
noch Reformvorschläge für eine Trassenpreisstabilität gemacht.
Die Potenziale der Binnenschifffahrt werden weitgehend ignoriert. Sehr
detailreich hat das EKMI niedrig hängende Früchte auch
für den Straßengüterverkehr aufgelistet, doch steuerliche Anreize und
Mautermäßigungen für den Einsatz alternativer Kraftstoffe werden im Programm
ebenso wenig adressiert wie eine Senkung der Strompreise für den insgesamt
energieintensiven Logistiksektor. Es bleibt bei einer doppelten CO₂-Bepreisung
durch die Lkw-Maut und den Emissionshandel. Die CO₂-Vermeidungspotenziale
längerer Fahrzeugeinheiten bleiben ebenfalls unberücksichtigt.
Die Erwähnung des Masterplans Ladeinfrastruktur und des Förderprogramms für
Depotladeinfrastrukturen ist richtig, aber kein Novum. Für die intransparenten
Netzanschlussbedingungen und Lastdefizite der Stromnetze bietet das
Klimaschutzprogramm keine Lösungen.
Das Klimaschutzprogramm ist eine Selbstverpflichtung der Bundesregierung.
Daraus kann sie keine Alleinverpflichtung des Verkehrssektors ohne
wirtschaftlich tragfähige politische Unterstützung machen. Da der
Verkehr neben Gebäuden ein Sektor ist, dessen Emissionsreduzierungen bisher nicht ausreichen, ist es umso
unverständlicher, dass die von 2027 bis 2030 zusätzlich vorgesehenen Mittel in Höhe von acht Milliarden Euro den Güterverkehr nicht berücksichtigen sollen. Wenn die Bundesregierung die Aufforderung des
Bundesverwaltungsgerichts zur Nachbesserung der Klimaschutzprogramms wirksam
umsetzen will, darf sie von der Wirtschaft nicht nur fordern, sondern muss sie
auch fördern.“
Als Spitzen- und Bundesverband
repräsentiert der DSLV durch 15 regionale Landesverbände die
verkehrsträgerübergreifenden Interessen der 2.500 führenden deutschen
Speditions- und Logistikbetriebe, die mit insgesamt 600.000 Beschäftigten
wesentlicher Teil der drittgrößten Branche Deutschlands sind (Stand: Oktober
2025). Die Mitgliederstruktur des DSLV reicht von global agierenden
Logistikkonzernen, 4PL- und 3PL-Providern über größere, inhabergeführte
Speditionshäuser (KMU) mit eigenen LKW-Flotten sowie Befrachter von
Binnenschiffen und Eisenbahnen bis hin zu See-, Luftfracht-, Zoll- und
Lagerspezialisten. Der DSLV ist politisches Sprachrohr sowie zentraler
Ansprechpartner für die Bundesregierung, für die Institutionen von Bundestag
und Bundesrat sowie für alle relevanten Bundesministerien und -behörden im
Gesetzgebungs- und Gesetzumsetzungsprozess, soweit die Logistik und die
Güterbeförderung betroffen sind.

Speditions- und Logistikverband
Hessen/Rheinland-Pfalz e. V.
Eschborner Landstraße 42-50
60489 Frankfurt am Main
Telefon 069 97 08 110
Telefax 069 776 356
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André Dünnwald
Michael Peters
Andreas Roer
Alexander Steinberg
Geschäftsführer:
Dipl. Oec. Thorsten Hölser
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