07.07.2026
Zum
heute beschlossenen Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2027 und dem
Finanzplan des Bundes 2026 bis 2030 erklärt Frank Huster, Hauptgeschäftsführer
des DSLV Bundesverband Spedition und Logistik:
„Die Verkehrsinvestitionen im
Bundeshaushalt 2027 sollen gegenüber dem Vorjahr um mehr als 600 Millionen Euro auf 33,7 Milliarden Euro schrumpfen. Ein
Rückgang, der angesichts der historisch hohen Neuverschuldung und des
gewaltigen Sanierungsstaus des Straßen-, Schienen- und Wasserwegenetzes schwer
zu rechtfertigen ist, zumal der Kernhaushalt erneut geschwächt wird. Mit 11,4
Milliarden Euro sollen die Mittel für den Bundesfernstraßenbau und -betrieb nominell zwar leicht oberhalb des Finanzrahmens
2026 liegen, doch wird der Zuwachs durch steigende Baukosten vollständig
aufgezehrt. Mit erwarteten 13,2 Milliarden Euro Einnahmen aus der Lkw-Maut
ließe sich bei einem vollständigen Finanzierungskreislauf der Etat für die
Straße bereits finanzieren.
Die Mittel für die
Schieneninfrastruktur gehen auf 20,8 Milliarden Euro zurück. Zusätzliche
Kürzungen bei den Fördermitteln für den Kombinierten Verkehr, bei der
Gleisanschluss- und bei der Trassenpreisförderung lassen nicht vermuten, dass
die Bundesregierung dem Logistiksektor echte Anreize bieten will, Güter auf die
Schiene zu verlagern. Ein kleiner Lichtblick ist hingegen, dass künftig auch
Maßnahmen zur Erhaltung der Bundeswasserstraßen aus dem Sondervermögen
Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) finanziert werden sollen.
Mit 2,7 Milliarden Euro soll
auch der Klima- und Transformationsfonds (KTF) dazu beitragen, den schwachen
Haushalt zu stabilisieren. Der KTF wird hauptsächlich mit Einnahmen des Bundes
aus der CO2-Bepreisung gebildet und auch vom Verkehrssektor aus dem nationalen
Emissionshandel gespeist. Mit dem Fonds sollten eigentlich Vorhaben zum
Klimaschutz finanziert werden und keine verkehrsfremden Einzelpläne im
Bundeshaushalt. Die Sondertöpfe SVIK und KTF werden zunehmend als Schlagholz
für haushalterisches Ping-Pong genutzt.
Je höher die Zinslasten aus der staatlichen Kreditaufnahme steigen, desto
weniger finanzieller Spielraum bleibt künftig für die Verkehrsinfrastruktur.
Gerade Verkehrsinvestitionen benötigen langfristige Planungssicherheit,
die durch überjährige Finanzierungsfonds für jeden Verkehrsträger entstehen
könnte. Für eine echte Standortsicherung braucht Deutschland ein resilientes
Verkehrsinfrastrukturnetz, eine wachsende Industrieproduktion und einen
wettbewerbsfähigen Logistiksektor. Dafür muss aus der Regierungsvorlage für
einen Ausgabenhaushalt ein echter Investitions- und Wachstumshaushalt werden.“
Als Spitzen- und Bundesverband
repräsentiert der DSLV durch 15 regionale Landesverbände die
verkehrsträgerübergreifenden Interessen der 2.500 führenden deutschen
Speditions- und Logistikbetriebe, die mit insgesamt 600.000 Beschäftigten
wesentlicher Teil der drittgrößten Branche Deutschlands sind (Stand: Oktober
2025). Die Mitgliederstruktur des DSLV reicht von global agierenden
Logistikkonzernen, 4PL- und 3PL-Providern über größere, inhabergeführte
Speditionshäuser (KMU) mit eigenen LKW-Flotten sowie Befrachter von
Binnenschiffen und Eisenbahnen bis hin zu See-, Luftfracht-, Zoll- und
Lagerspezialisten. Der DSLV ist politisches Sprachrohr sowie zentraler
Ansprechpartner für die Bundesregierung, für die Institutionen von Bundestag
und Bundesrat sowie für alle relevanten Bundesministerien und -behörden im
Gesetzgebungs- und Gesetzumsetzungsprozess, soweit die Logistik und die
Güterbeförderung betroffen sind.

Speditions- und Logistikverband
Hessen/Rheinland-Pfalz e. V.
Eschborner Landstraße 42-50
60489 Frankfurt am Main
Telefon 069 97 08 110
Telefax 069 776 356
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André Dünnwald
Michael Peters
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