Fahrermangel gefährdet Versorgungssicherheit

22.08.2018

Spediteure in Hessen und Rheinland-Pfalz unterstützen Verkehrssicherheitsinitiative und werben für Zukunft der Europäischen Union

(Frankfurt 22. August 2018) Durch den sich zuspitzenden Mangel an qualifizierten Lkw-Fahrern drohen schwerwiegende Auswirkungen für die deutsche Wirtschaft. Derzeit fehlen nach einer Studie der EU allein in Deutschland über 40.000 Fahrzeugführer, mit weiter steigender Tendenz. Mit der Teilnahme an der Initiative „Hellwach mit 80“ unterstützen die Spediteure in Hessen und Rheinland-Pfalz das Ziel für mehr Verkehrssicherheit und setzen zudem mit ,Logistics for Europe' ein klares Zeichen für ein freies und friedliches Europa.     

In Deutschland stehen nach aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) ca.1,5 Millionen Berufskraftfahrer zur Verfügung für Fahrzeuge ab 3,5 t zGG. Davon sind mehr als 1 Million älter als 45 Jahre. Das durchschnittliche Renteneintrittsalter liegt bei 60 Jahren, so dass pro Jahr ca.60.000 Fahrer in den Ruhestand gehen. Demgegenüber schließen jedes Jahr nur ca. 3000 Auszubildende zum Berufskraftfahrer ihre Prüfung ab und weitere rund 17.000 Kandidaten bestehen die IHK-Grundqualifikation im Güterkraftverkehr. Daraus ergibt sich eine Unterdeckung von derzeit jährlich ca. 40.000 Berufskraftfahrern. Diese Lücke wird auch mit den Transportunternehmern aus dem europäischen Ausland nicht zu decken sein.

Der SLV-Vorstandsvorsitzende Hans-Georg Maas (Edi-Trans, Offenbach) sieht den Arbeitsmarkt auf Teilmärkten der Logistik sowie in ausgesuchten Regionen mit hoher Unternehmensdichte wie leergefegt. Betroffen von dieser Entwicklung sind der Stückgut-, der Teilladungs- und der Ladungsmarkt. Die See- und die Luftfracht spürt ebenfalls Auswirkungen, weil im Vor- und Nachlauf  zu und von den See- und Flughäfen auch immer wieder Kapazitäten in Folge des Fahrermangels fehlen. „Zwar haben die Fahrerlöhne in den letzten Monaten bereits nachhaltig angezogen, doch steigt die Attraktivität des Berufsbilds nicht im gleichen Umfang", so Maas. 

Der SLV macht hierfür mehrere Rahmenbedingungen verantwortlich, so unter anderem der zum Teil sehr schlechte persönliche Umgang an den Be- und Entladerampen von Industrie und Handel sowie bei den Airlines. Weil die verladende Wirtschaft selbst Personalkosten spart, wird der Fahrer zu oft zu Be- und Entladetätigkeiten beim Kunden herangezogen. Auf den Autobahnen sind zudem Parkplätze knapp, schlecht ausgestattet und teilweise unsicher. Dabei verschärft das gesetzliche Verbot zur Übernachtung in der Fahrerkabine während der Ruhezeit das Problem punktuell, denn die Übernachtungsalternativen außerhalb des Fahrzeugs sind oftmals - wenn überhaupt verfügbar - noch schlechter.

Zur Bereinigung der dramatischen Situation ist deshalb ein gesellschaftliches Umdenken erforderlich. „Trotz fortschreitender Digitalisierung und Automatisierung des Verkehrs muss unserer Gesellschaft  bewusst sein, dass Warentransporte immer noch von Menschen durchgeführt werden. Gelingt es nicht, Nachwuchskräfte zu mobilisieren, drohen Versorgungsengpässe", ist Maas von der Brisanz der Situation überzeugt. 

Zugleich unterstützen die Spediteure in Hessen und Rheinland-Pfalz verschiedene Initiativen, um die Sicherheit für Lkw-Fahrer und die übrigen Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Mit großer Mehrheit entschieden die Spediteure sich der Initiative „Hellwach mit 80“ anzuschließen. Dabei geht es um die aktive Selbstverpflichtung der Unternehmen, fahrfremde Tätigkeiten während der Fahrt zu untersagen, um das Risiko von Auffahrunfällen zu minimieren. „Unser Ziel muss es sein, die Todsünden im Fahrerhaus zu vermeiden, die durch Ablenkung die Gefahren für unsere Fahrer und die übrigen Verkehrsteilnehmer heraufbeschwören“, wirbt SLV-Vorstandsmitglied Christian Eichmeier (Contargo Rhein-Main, Frankfurt) für die Initiative.   

Durch die Freizügigkeit des Warenverkehrs und die Niederlassungsfreiheit in der EU bleiben Speditionen und ihren Kunden aus Industrie und Handel heute ein hoher Verwaltungsaufwand und teure Wartezeiten erspart – der Verbraucher profitiert am Ende von einem vielfältigeren Angebot und günstigeren Preisen. "Leider werden täglich gelebte Freiheiten zu leicht zur Selbstverständlichkeit", bedauert SLV-Vorstandsmitglied Michael Peters (Intertrans). "Zu sehr ist das Bewusstsein dafür abhandengekommen, welche Vorteile die Länder Europas und ihre Bürgerinnen und Bürger durch eine Mitgliedschaft in der Staatengemeinschaft erlangt haben. Denn neben den wirtschaftlichen Vorteilen ist die EU an allererster Stelle ein Garant für Frieden und Freiheit“, betont Peters. Mit der Teilnahme an der bundesweiten Initiative ,Logistics for Europe' wollen die hessischen und rheinland-pfälzischen Spediteure ein deutliches Zeichen für ein friedliches und freies Europa ohne Grenzen setzen.    

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